ATV+ zieht erste terrestrische Bilanz

Der österreichische Privatsender ATVplus hat heute eine erste Bilanz über das erste Halbjahr seines terrestrischen Daseins gezogen. Am 1. Juni vergangenen Jahres ging der bis dahin via Kabel verbreitete Sender ATV als ATVplus auf Sendung via Hausantenne. Seit dem sei die technische Reichweite von 34 Prozent beim Start auf 62 Prozent im Januar 2004 gesteigert worden. Bis September sollen 75 Prozent der österreichischen Haushalte ATVplus empfangen. Gleichzeitig gab das TV-Unternehmen seine neue Eigentümerstruktur bekannt. Die skandinavische TV-Holding SBS scheint nicht mehr als Gesellschafter auf.

In der Prime-Time kann es ATVplus bereits mit den Großen aufnehmen. In der Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen nehme ATVplus mit 4,7 Prozent bereits Rang vier bei den Privatsendern ein, mit ORF1 und ORF2 kommt der Sender auf Platz sechs zu liegen. Allerdings nur dann, wenn man jene Haushalte als Basis nimmt, die ATVplus bereits eingestellt haben (62 Prozent). Der Tagesmarktanteil laut Teletest lag im Dezember bei 2,3 Prozent in der Gruppe der 12- bis 49-Jährigen. Mit der Teletest-Auswertung ist ATVplus-Chef Franz Prenner nicht zufrieden. Zurzeit ist der ORF alleiniger Auftraggeber des Teletests. Dem Privatsender schwebt ein Alternativmodell vor, das eine Beauftragung durch alle Marktteilnehmer sowie der Medienbehörde RTR vorsieht.

Bei der neuen Eigentümerstruktur fällt wie erwartet das Fehlen des ehemals mit 20 Prozent beteiligten Gesellschafters SBS auf. Zehn Prozent hat die Athena Zweite Beteiligungen AG übernommen, an der indirekt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, aber auch die BAWAG beteiligt sind. Herbert Kloiber hält via Concorde Media Beteiligungs GmbH 36,86 Prozent sowie 6,08 Prozent über Tele München. Die BAWAG besitzt 41,48 Prozent (Ingebe Medienholding GmbH). Weitere Gesellschafter sind die Erste Bank (knapp 2,1 Prozent), die Generali Holding Vienna AG sowie die Beteiligungsgesellschaft Fundus (Wiener Städtische).

zurück 03.02.2004