3 Lizenzen für Lokal-TV

Puls City TV hat sich im Rennen um die Wiener Sendefrequenz für terrestrisches Regionalfernsehen gegen die Mitbewerber smart.city.tv und ganymedia network durchgesetzt. Die Bescheide der Medienbehörde KommAustria ergingen am 30.7. an die Bewerber. In Salzburg und Linz ging die Lizenz zum Senden über die Hausantenne klar an die Favoriten Salzburg TV und LT 1. Die Mitbewerber konnten die finanziellen Voraussetzungen in den Augen der Behörde nicht erfüllen.

Puls City TV ist als urbanes Ballungsraum-TV konzipiert. Das Programmschema basiert auf Mobilität. Sendetrucks sollen durch den Großraum Wien touren und Eventfernsehen in Form einer "Roadshow" bieten. "Puls berichtet über Events, ist aber auch selbst ein Event", bringt es Harald Hackenberg, Programmdirektor des TV-Projekts auf den Punkt. Man sei dort unterwegs, wo etwas los ist (beispielsweise in Einkaufszentren). Dadurch entstehe täglich ein neues Liveprogramm. So will der Wiener Regionalsender gänzlich ohne Lizenzprodukte (Filme, Serien) auskommen. Prime Time des Wiener Regionalsenders wird der Nachmittag sein. Dem Publikum werden Nachrichten, Musik, Wetter und Verkehrsinfo sowie Talkshows geboten. Die Zuseher können sich per Telefon, SMS, Fax oder E-Mail aktiv am Programm beteiligen. Rund um das ORF-Programmfenster "Wien heute" soll Kontinuität geboten werden. Abends ab 20.15 Uhr plant Hackenberg "musikalische Bühnenevents", wobei jedem Wochentag ein Genre zugeordnet ist. Einmal pro Woche ist Schlagermusik geplant, einmal kommt auch der sonst so vernachlässigte Austropop zum Zug, aber auch internationaler Pop, Jazz bis hin zur Klassik ist vorgesehen. Puls City TV kann im Gegensatz zu den Siegern in Linz und Salzburg nicht auf Sendeerfahrung verweisen kann. Dass es sich trotzdem um ein "Projekt von TV-Profis" handelt, betont Hackenberg. Dies bestätigt auch die KommAustria mit ihrer Entscheidung.
Puls City TV ist ein gemeinsames Projekt des Vorarlberger Herausgebers Eugen Russ ("Vorarlberger Nachrichten"), der 24,9 Prozent an dem Sender hält, und des Plakatunternehmens Gewista, das mit 30 Prozent beteiligt ist. Weitere 45,1 Prozent gehören der Vienna Sound & Vision GmbH (VSV).

Salzburg TV sendet schon seit sieben Jahren im Kabel. Künftig wird der Sender unter der Geschäftsführung des österreichischen Privat-TV-Pioniers Ferdinand Wegscheider auch über Hausantenne empfangbar sein. Dafür will Wegscheider die eigenen Sendeanlagen am Untersberg verwenden. Für den ORF ergeben sich daraus technische Probleme, die KommAustria-Chef Hans Peter Lehofer nicht nachvollziehen kann. Die Versorgung des Stadtgebiets wäre vom Untersberg besser gewährleistet. Für das ORF-Fenster "Oberösterreich heute", das vom Gaisberg auf Kanal 36 gesendet wird, müsste Salzburg TV ihre Sendeanlage abschalten.

Das Linzer Stadtfernsehen LT 1 wird von der Privatfernsehen GmbH betrieben, die über die Wootoo.Com Online Media AG zu je 50 Prozent im Besitz der Styria Medien AG und der Holzhey Privatstiftung ist. Wolfdieter Holzhey ist Geschäftsführer von LT 1.

zurück 30.07.2002