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Der Bundeskommunikationssenat (BKS) hat
die Vergabe der bundesweiten Sendelizenz für terrestrisches Privat-TV an
den Kabelsender ATV
bestätigt. Der Bescheid der Medienbehörde ist
damit rechtskräftig. Den weiteren Bewerbern um die Lizenz bleibt somit
nur noch der Weg zum Verfassungs- bzw. Verwaltungsgerichtshof. In jedem
Fall setzt die KommAustria aber nun die Vergabe der weiteren Lizenzen für
Ballungsraumfernsehen in Salzburg, Linz und Wien fort.
"Wir freuen uns über dieses Ergebnis und darüber, dass die Behörde die
Entscheidung zu unseren Gunsten so zügig getroffen hat", kommentierte
ATV-Geschäftsführer Tillmann Fuchs den Beschluss des BKS. Fuchs zeigte
sich zuversichtlich, dass ATV im Herbst planmäßig mit der landesweiten
Ausstrahlung seines neuen Programms über Hausantennen starten werde. Soll
diese Hoffnung Wahrheit werden, ist erneut die KommAustria am Zug, die
derzeit im Streit zwischen ORF und ATV um die Höhe der Miete für die
Sendeanlagen vermittelt. Wenn keine Einigung der beiden TV-Sender erzielt
wird, muss die Behörde einen Preis festlegen.
Medienanwalt Georg Zanger will noch mit seinem Klienten,
Privat-TV-Bewerber Hanno Soravia, beraten. In jedem Fall sieht er jedoch
Möglichkeiten die Entscheidung bei Verfassungs- bzw.
Verwaltungsgerichtshof zu bekämpfen. Ansatzpunkte sieht Zanger vor allem
bei der Interpretation der Behörde in Bezug auf die Glaubwürdigkeit des
Finanzierungskonzepts. In Anbetracht der wirtschaftlichen Situation von
ATV erscheine diese fragwürdig, so Zanger. Auch Mitbewerber Florian Novak
schließt die Fortsetzung des Kampfes gegen den Bescheid bei den
jeweiligen Gerichtshöfen nicht aus. Er betont jedoch, dass seine
Priorität nun bei der Wiener Regionallizenz liege.
Favoriten für die noch verbleibenden regionalen Frequenzen sind in
Salzburg das schon jetzt im Kabel empfangbare
Salzburg TV
sowie in Linz die Privatfernseh GesmbH, die
ebenfalls schon im Linzer Kabelnetz sendet. Für beide Bewerber wurde eine
Empfehlung der jeweiligen Landesregierungen abgegeben. In Wien ging diese
Empfehlung der Landesregierung an das TV-Projekt "Puls City-TV", an dem
die Gewista maßgeblich beteiligt ist. Allerdings wurde sie aus
formalrechtlichen Gründen wieder zurückgezogen. Das Rennen dürfte daher
in Wien wesentlich spannender werden. Auch Soravias Kanal 1 und Novaks
Ganymedia Network sind hier wieder am Start (Novak hat sich für alle drei
Frequenzen beworben). Auch Smart.city.tv, einer gemeinsamen Bewerbung von
ET Multimedia und dem Kabel-TV-Projekt TIV,
werden gute Chancen nachgesagt.
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