Keine Frequenzen für bundesweites Privatradio

Für ein zusätzliches bundesweites Privatradio steht keine entsprechende Anzahl an leistungsstarken Frequenzen zur Verfügung, die eine sinnvolle Frequenzkette für ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept ermöglicht. Diesen Schluss zieht die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) aus einer Studie der Deutschen Telekom AG über die Übertragungskapzitäten für den Hörfunk in Österreich. In ihrer Aussendung plädiert die RTR heute, Dienstag, dafür, nicht genutzte Frequenzen primär zur Verdichtung bereits vorhandener Versorgungsgebiete zu vergeben.

Um eine auch nur annähernd bundesweite Versorgung mit einem vertretbaren wirtschaftlichen Aufwand zu ermöglichen sind laut der Studie leistungsstarke Sender an wenigen Hauptstandorten (wie z.B. Wien/Kahlenberg, St. Pölten/Jauerling, Linz/Lichtenberg, Salzburg/Gaisberg, Innsbruck/Berg Isel, Bregenz/Pfänder, Klagenfurt/Dobratsch und Graz/Schöckl) erforderlich. "Dafür können keine geeigneten Frequenzen gefunden werden." Mit Ö1, Ö2 sowie Ö3 bestehen in Österreich bereits drei vollständige bundesweite Abdeckungen, mit FM4, allen Regional- und Lokal-Radios drei weitere fast bundesweite Abdeckungen. Dies übersteige bereits den Ausgangswert nach dem Genfer Plan, der fünf bundesweite Abdeckungen sicherstellen soll. Angesichts der topographischen Situation und der hohen Anzahl betroffener Nachbarstaaten sei eine gute Nutzung der vorhandenen Frequenz-Ressourcen gegeben.

Ergänzungen der Frequenz-Landschaft erscheinen laut der Studie allenfalls im Bereich leistungsschwacher Sender in einzelnen, nicht zusammenhängenden Gebieten möglich. In der Studie festgestellte Doppel- und Mehrfachversorgungen wie beispielsweise in Wien will die RTR in den nächsten Monaten überprüfen. Dabei stehe die Frage im Vordergrund, ob die Umkoordinierung einer Füllfrequenz einen technisch realisierbaren Mehrnutzen erbringen kann. Freie Frequenzen sollen im Sinne einer Verdichtung der vorhandenen Versorgungsgebiete an bereits zugelassene Rundfunkveranstalter vergeben werden, um deren wirtschaftliche Voraussetzungen zu verbessern, sowie in weiterer Folge auch für neue Rundfunkveranstalter ausgeschrieben werden.

zurück 09.10.2001