ROI bleibt bestehen

Radio Österreich International (ROI) bleibt bestehen. Dies erklärte ORF-Hörfunkintendant Manfred Jochum in einer Aussendung. Von einer Einstellung des Sender könne keine Rede sein. "Aufgrund der massiven Budgetkürzungen, zu denen uns das neue ORF-Gesetz zwingt, kommen wir jedoch um eine Reform nicht herum", so Jochum. Synergien optimal nutzen sei das "Gebot der Stunde". Erfolgte die Finanzierung des Kurzwellensenders bisher durch die Bundesregierung, so liegt diese mit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes nun zur Gänze beim ORF. Die ROI-Budget für 2002 wurde von zuletzt 90 Mio. auf nur noch 45 Mio. Schilling reduziert.

Die Fremdsprachigkeit (Englisch, Französisch, Spanisch) soll laut Jochum "auf jeden Fall" erhalten bleiben. Dazu gelte es, Synergien mit Ö1, Ö3 sowie FM4 zu nutzen. In welcher Form und welchem Ausmaß, sei derzeit Thema einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe. "Wir bekennen uns zu ROI", so Jochum. Dass der ORF den Sender nun alleine finanziere, sei wohl der beste Beweis. Aber wenn man plötzlich einen ganzen Sender zusätzlich erhalten müsse, sei "die Frage nach der Ressourcenoptimierung mit Sicherheit eine legitime".

Der gesetzliche Auftrag zum Betrieb eines Hörfunkprogramms für Österreicher im Ausland wurde im neuen ORF-Gesetz durch eine "Kann-Bestimmung" ersetzt. Mit dem neuen ORF-Gesetz wurde auch die Funktion des ROI-Intendanten, die zuletzt Roland Machatschke innehatte, gestrichen. Betrug das Jahresbudget von ROI Mitte der 90-er Jahre noch rund 180 Mio. Schilling, so betrug es heuer mit 90 Mio. nur mehr die Hälfte.

zurück 08.08.2001