Weitere Privatradios in Wien möglich

Laut einer von der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) in Auftrag gegebenen Studie der Deutschen Telekom sind im Raum Wien weitere Privatradios möglich. Die Telekom hat im Zuge ihrer Erhebungen Doppel- und Mehrfachversorgungen der Bevölkerung mit ORF-Radioprogrammen festgestellt. Als "sommerliches Missverständnis" bezeichnet der Geschäftsführer für den Fachbereich Rundfunk in der RTR, Alfred Grinschgl, in einer Aussendung die Schlussfolgerungen, die der ORF aus einer noch nicht veröffentlichten Studie zum Thema "Überprüfung der analogen Übertragungskapazitäten für den terrestrischen Rundfunk in Österreich" gezogen hat. Der ORF hatte behauptet, dass es keine "Geheimfrequenzen" gebe, die der ORF gehortet habe, oder üppige Frequenzbelegungen, die einzig und allein den Sinn hätten, kommerzielle Mitbewerber zu behindern.

"Es haben sich sehr wohl Doppel- und Mehrfachversorgungen herausgestellt, die zu einer Freisetzung von Frequenzen für weitere Lizenzen führen könnten", so Grinschgl. Derartige Doppelversorgungen habe die Studie ausschließlich bei Sendern des ORF und hier vor allem in Wien festgestellt. Die vom ORF zitierte "Marginalität" dieser Doppelversorgung sei entsprechend den Ergebnissen der Studie darin zu sehen, dass nur ein "verschwindend kleiner Teil" der Wiener Haushalte das bessere Hörfunksignal für die Radioprogramme des ORF über den Füllsender Himmelhof und nicht über den Großsender Kahlenberg empfange.

"Es wird dabei auch über die Wiener Frequenz von Radio Burgenland zu entscheiden sein", so Grinschgl weiters. Eine endgültige Entscheidung über die weitere Verwendung aller betroffenen ORF-Frequenzen sei noch nicht getroffen worden. Die RTR gehe nicht punktuell vor, sondern werde alle Detailergebnisse überprüfen. Dann werde entschieden, ob freie Frequenzen zur Verdichtung bestehender Sender verwendet oder neuen Programmen zugeteilt werden. Die Studie sowie die daraus ergehenden Erkenntnisse für die künftige Frequenzbelegung sollen laut Grinschgl im September präsentiert werden.

Grinschgl hob jedoch auch hervor, dass unter Beachtung des derzeitigen "Frequenz-Besitzstandes" bei ORF und Privatradio eine weitere bundesweite Frequenzkette für privaten Hörfunk eher unwahrscheinlich sei.

zurück 19.07.2001