Radiofrequenzgutachten ausgeschrieben

Mit der am Mittwoch, 21.6.2000 erfolgten Ausschreibung des "Radiofrequenzgutachtens" sollen zum ersten Mal alle analogen terrestrischen Frequenzen im Radio-UKW-Bereich in Österreich erfasst werden. Das Ergebnis soll die Grundlage für alle weiteren Planungen für den gesamten Hörfunk bilden. Darüber hinaus erwartet sich Infrastrukturminister Michael Schmid eine Verbesserung der technischen Reichweite für die bestehenden Radiosender. Nach Vorliegen des Gutachtens in rund einem halben Jahr soll auch geklärt werden, ob und wie das im Koalitionsabkommen festgeschriebene bundesweite Privatradio technisch verwirklicht werden kann.

"Das Radiofrequenzgutachten ist unbedingt notwendig, um Chancengleichheit bei den frequenztechnischen Rahmenbedingungen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkbetreibern herzustellen. Dabei geht es mir nicht darum, den ORF zu schädigen. Ziel ist ein gleichberechtigtes duales System unter gleichen technischen Voraussetzungen", stellt Schmid fest.

Inhalt des Gutachtens werde eine Iststand-Erhebung der tatsächlichen technischen Reichweite der bestehenden Rundfunkveranstalter sowie einer Angabe der möglichen Hörerschaft sein. Die Darstellung des sogenannten Overspills - jener Bereich, in dem das Radioprogramm zwar noch hörbar, die Qualität des Empfanges jedoch unter den Parametern der Stereo-Vollversorgung ist - ist ein weiterer Punkt, der im Gutachten Niederschlag finden soll.

Diese erhobenen Daten bilden die Planungs-Grundlage für die Zukunft der heimischen "Radioszene". So sollen die festgestellten Doppel- und Mehrfachversorgungen beseitigt und die frei werdenden Kapazitäten dann nach Möglichkeit bestehenden Hörfunkveranstaltern zur Verbesserung des Grades der Stereo-Vollversorgung zugeordnet werden, ohne dass es zu einer Ausweitung des Sendegebietes kommt. "Die Maßgabe wird die Verdichtung nach innen und nicht die Verbreitung nach außen sein", ergänzte Minister Schmid. (pte)

zurück 21.06.2000